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Schwimmbad als Kulturraum

Förderverein Badefreu(n)de veranstaltet die "BäderKultur 2026" mit 27 Events im leergepumpten Hallenbad - Pressekonferenz mit Schirmherr BGM Stephan Paule und Sponsoren

Alsfeld (kiri). Wo sonst Wasser schimmert, Schwimmer ihre Bahnen ziehen und das Echo von Kinderstimmen durch die Halle hallt, entsteht im Sommer 2026 erneut ein ganz besonderer Ort: Das leergepumpte Hallenbad des Alsfelder Erlenbades wird für neun Wochen zur Bühne, zum Konzertsaal, zur Galerie, zum Bewegungsraum – und vor allem zu einem Treffpunkt für Menschen. Mit der Veranstaltungsreihe „BäderKultur“ verwandelt der Förderverein „Badefreu(n)de“ e.V. das trockengelegte Becken nach 2019 bereits zum zweiten Mal in einen kulturellen Erlebnisraum mit außergewöhnlicher Atmosphäre.

Vorgestellt wurde das Programm am Freitagmorgen im bereits vorbereiteten Hallenbadbecken im Rahmen einer Pressekonferenz. Für einen ersten akustischen Eindruck sorgte dabei das Saxophon-Trio „SAXproTon“ mit Sabine Klohk, Tanja Reif und Ulrike Ocker-Martin. Zwischen Fliesen, Kletterwand und leerem Becken wurde dabei bereits spürbar, was die BäderKultur so besonders macht: die eindrucksvolle Akustik, die ungewöhnliche Nähe zwischen Publikum und Künstlern und die besondere Atmosphäre dieses Ortes.

Federführend initiiert und künstlerisch geleitet wird das Projekt von der Vorsitzenden des Fördervereins, Anja Kierblewski. Unterstützt wird die Reihe von zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, Künstlerinnen und Künstlern, dem Team des Erlenbades sowie regionalen Sponsoren.

Die Idee hinter der BäderKultur entstand aus einem einfachen Gedanken: Warum soll ein Hallenbad in den Sommermonaten leer und ungenutzt bleiben? Aus der stillen Leere des trockengelegten Beckens entwickelte sich die Vision eines offenen Kulturraums – vier Meter unter dem Alltag. Dort, wo sonst Wasser ist, entstehen nun Konzerte, Lesungen, Vorträge, Tanz, Workshops, Ausstellungen und Mitmachangebote für alle Generationen.

„Es geht nicht um Hochkultur im klassischen Sinne, sondern um Offenheit, Vielfalt und gemeinsame Erlebnisse“, beschreibt Anja Kierblewski die Grundidee des Projekts. Die besondere Atmosphäre des leeren Schwimmbeckens schaffe einen Raum, in dem Berührungsängste verschwinden und Begegnungen möglich werden. „Wenn unten im Becken Musik erklingt, getanzt oder gemeinsam gelacht wird, verändert sich der Blick auf diesen Ort komplett.“

Das Programm der BäderKultur 2026 spiegelt genau diese Vielfalt wider: Zur Eröffnung am 14. Juni gestalten gleich drei Chöre ein gemeinsames „Ch(l)orkonzert“. Es folgen unter anderem Vorträge mit dem bekannten Mathematiker Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher vom Mathematikum Gießen, Yoga- und Bewegungsangebote im Becken, Kreativworkshops für Kinder und Erwachsene, Vernissagen, Rudelsingen, Lesungen, Tanzworkshops sowie zahlreiche Konzerte unterschiedlichster Stilrichtungen – von Singer/Songwriter-Abenden über Grunge-Rock bis hin zum großen Saxophon-Finale „Last Splash“.

Besonders bemerkenswert: Der überwiegende Teil der Veranstaltungen ist kostenfrei. Viele Künstlerinnen und Künstler treten „für den Hut“ auf oder verzichten vollständig auf Gagen. Der Förderverein selbst verfolgt mit der Veranstaltungsreihe keinerlei wirtschaftliche Interessen. Einnahmen aus Hutspenden gehen direkt an die auftretenden Akteure.

Möglich wird die BäderKultur vor allem durch ehrenamtliches Engagement sowie die Unterstützung regionaler Sponsoren und Förderer. Zu den größten Unterstützern zählen die OVAG, die Sparkasse Oberhessen, der Kreisausschuss des Vogelsbergkreises, das Bauunternehmen Ochs, Industriebedarf Klohk sowie Studio AW Architekten. Insgesamt konnten bislang rund 4.600 Euro an Fördermitteln und Spenden eingeworben werden. Weitere Unterstützung durch das Förderprogramm „Landeskulturperlen“ für einzelne Workshops ist beantragt. Die finanziellen Mittel werden insbesondere für Licht- und Tontechnik, Ausstattung, Versicherungen und GEMA-Gebühren benötigt.

Schirmherr der Veranstaltungsreihe ist Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule. Er sieht in der BäderKultur weit mehr als ein reines Kulturprogramm: „Mit der BäderKultur wird das Erlenbad auf beeindruckende Weise neu gedacht. Das Projekt zeigt, wie vorhandene Räume neu belebt und für alle Menschen zugänglich gemacht werden können. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist, entstehen hier Begegnungen, die im Alltag oft zu kurz kommen.“

Auch Ralf Kaufmann, Geschäftsführer der Alsfelder Bäder GmbH, begrüßt die außergewöhnliche Nutzung des Hauses ausdrücklich: „Das Erlenbad ist ein Ort der Begegnung und Bewegung – normalerweise im Wasser. Die BäderKultur zeigt, dass dieser Ort auch ohne Wasser eine besondere Kraft entfalten kann. Dass unser Team diese außergewöhnliche Veranstaltungsreihe unterstützen darf, freut uns sehr.“

Mit der BäderKultur möchte der Förderverein nicht nur kulturelle Angebote schaffen, sondern auch das Erlenbad als wichtigen sozialen Ort in Alsfeld stärken. Die Veranstaltungsreihe versteht sich als Einladung an alle Menschen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorerfahrung –, gemeinsam Kultur neu zu erleben und einen ungewöhnlichen Ort mit Leben zu füllen.

Das vollständige Programm ist im Erlenbad sowie an zahlreichen Auslagestellen erhältlich oder im Internet unter www.erlenbad-alsfeld.de/baederkultur einsehbar. Tickets für die Lesung mit Tim Frühling und den musikalischen Abend mit Sören Flimm gibt es an der Erlenbad-Kasse oder im Alsfelder Buchladen Lesenswert. 

Foto: Entspannte Atmosphäre und Vorfreude auf die BäderKultur 2026 



 

 

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