Spiralen, leuchtende Farben, goldene Akzente und geschwungene Linien: Beim Kreativworkshop „HundertWASSER trifft Stein“ ließen sich knapp 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von der Bildwelt Friedensreich Hundertwassers inspirieren. Im Rahmen der BäderKultur verwandelten Kinder und Erwachsene im Alter von acht bis 80 Jahren schlichte Steine in individuelle Kunstwerke.
Als Veranstaltungsort diente das Alsfelder Erlenbad mit seinem über den Sommer leergepumpten Hallenbadbecken. Am Samstagvormittag wurde das Becken zum Atelier für Hobbykünstlerinnen und Hobbykünstler – und bot der generationsübergreifenden Gruppe einen ebenso ungewöhnlichen wie inspirierenden Rahmen.
Unter der Leitung von Anja Kierblewski und Christiane Möller entstanden fantasievolle Häuser, Pflanzenmotive, farbige Muster und abstrakte Formen. Dabei ging es nicht darum, eine Vorlage möglichst genau nachzuahmen. Vielmehr sollten die Teilnehmenden Hundertwassers Freude an Farbe, Natur und Individualität aufnehmen und eigene Ideen entwickeln.
„Mir gefällt, dass keine Linie gerade sein muss – das kann ich nämlich nicht – und jeder Stein anders aussehen darf“, sagte eine junge Teilnehmerin. Besonders die Spiralen und kräftigen Farben hätten ihr gefallen. Ein erwachsener Teilnehmer beschrieb den Workshop als willkommene Gelegenheit, ohne Leistungsdruck kreativ zu werden: „Man fängt einfach an und merkt schnell, dass aus einer kleinen Idee etwas ganz Eigenes entsteht – das ist herrlich entspannend!“
Hundertwasser, der von 1928 bis 2000 lebte, zählt zu den bekanntesten österreichischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Der Maler, Grafiker, Architekt und Umweltvisionär lehnte gerade Linien ab und setzte ihnen organische Formen, unregelmäßige Fenster, begrünte Dächer und intensive Farben entgegen. Kunst und Natur gehörten für ihn untrennbar zusammen.
Diese Gedanken griffen die Teilnehmenden auf ihre eigene Weise auf. Kinder und Erwachsene arbeiteten nebeneinander, tauschten Farben und Ideen aus und ließen sich gegenseitig inspirieren. „Es ist spannend zu sehen, wie unterschiedlich alle an dieselbe Aufgabe herangehen“, sagte eine Teilnehmerin. „Bei den Kindern ist vieles ganz unmittelbar und mutig. Das steckt auch die Erwachsenen an.“
Für eine überraschende internationale Note sorgten drei Urlaubsgäste aus New York. Sie entdeckten das Angebot spontan und beteiligten sich kurzerhand an dem Workshop. Damit wurde die gemeinsame Arbeit auch zu einer Begegnung über Alters- und Ländergrenzen hinweg – ganz im Sinne des Förderprogramms „LandKulturPerlen“ des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, das die Workshopreihe unter dem Motto „Begegnen. Beteiligen. Bewegen.“ fördert.
Am Ende entstanden zahlreiche Unikate, die Hundertwassers Formensprache aufnehmen, ohne sie lediglich zu kopieren. Einige der bemalten Steine werden vom 26. Juli bis 20. August 2026 in der Ausstellung zum Thema „Wasser“ im Hallenbadbecken des Alsfelder Erlenbades gezeigt.
Schon am kommenden Samstag, 18. Juli, geht die BäderKultur-Reihe mit „WildeWasserWerke!“ weiter. Dann dreht sich alles um die Fragen, wie Wasser klingt, welche Geschichten ein Fluss erzählt und welche Bilder entstehen, wenn Farben in Bewegung geraten. Gemeinsam mit Autorin Traudi Schlitt und Künstlerin Tanja Gremmel gestalten Vogelsberger ab acht Jahren mit Monotypie und kreativen Schreibübungen Bilder und Texte rund um Wasser, Farbe und Bewegung. Die Materialkosten betragen 15 Euro pro Person. Eine verbindliche Anmeldung ist bis Donnerstag, 16. Juli, unter badefreunde[at]erlenbad-alsfeld.de erforderlich.
Text/Foto: Anja Kierblewski





