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Eine weitere Million für das Erlenbad

Land Hessen unterstützt die nächsten Sanierungsschritte – Stadt Alsfeld investiert erneut eigene Mittel in die Freizeitanlage

Eine weitere Million Euro für die nächsten Sanierungsschritte im Alsfelder Erlenbad: Hessens Ministerin für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege Diana Stolz übergab am Samstagvormittag im Freibad den Förderbescheid aus dem Landesprogramm SWIMplus an Bürgermeister Stephan Paule und Ralf Kaufmann, Geschäftsführer der Alsfelder Bäder GmbH. Mit der Förderung können nun jene Bereiche angegangen werden, die bei den umfangreichen Arbeiten der vergangenen Jahre noch außen vor geblieben sind. Geplant ist, die Maßnahmen innerhalb der kommenden drei Jahre umzusetzen.

Erneut hatte Kaufmann einen Förderantrag für die Alsfelder Bäder GmbH gestellt, um die Sanierung der großen Freizeitanlage in den Erlen zu komplettieren. Auf der Maßnahmenliste stehen unter anderem die Erneuerung der Sprunganlage inklusive dazugehörigem Becken im Freibad und die inzwischen mehr als 30 Jahre alte Wasserrutsche am Hallenbad. Letztere entspricht technisch und energetisch nicht mehr heutigen Anforderungen; Bürgermeister Paule bezeichnete sie mit einem Augenzwinkern als „energetisches Waterloo“ oder „Durchlaufkühler“ für das Hallenbadwasser. 

Der größte bauliche Eingriff betrifft das Hallenbadbecken. Während die Gebäudehülle bereits grundlegend saniert wurde, stammt das eigentliche Betonbecken aus den 1960er-Jahren. Zahlreiche Wanddurchführungen und die bestehende Beckendurchströmung entsprechen laut Kaufmann nicht mehr dem heutigen technischen Standard. Vorgesehen ist deshalb, das geflieste Becken mit Edelstahl auszukleiden, die Einströmung des Beckenwassers DIN-gerecht neu zu ordnen und den Wasserspiegel anzuheben. Damit soll zugleich ein niveaugleicher Übergang am Beckenrand geschaffen werden. Hinzu kommen weitere noch ausstehende Maßnahmen in den übrigen Bad- und Saunabereichen. Kaufmann rechnet für die Umsetzung mit einem Zeitraum von rund drei Jahren.

Dass Staatsministerin Diana Stolz dafür nun eine weitere Million Euro nach Alsfeld mitbrachte, bedeutet allerdings nicht, dass die Stadt die Hände in den Schoß legen kann. Förderprogramme funktionieren in der Regel nur, wenn auch der Träger selbst investiert. Das Land unterstützt – einen Teil der Finanzierung muss die Kommune übernehmen.

Darin steckt eine politische Aussage: Die Alsfelder Stadtpolitik stellt erneut eigene Mittel für das Erlenbad bereit. Bereits die bisherigen Sanierungsabschnitte wurden seit 2020 von den politischen Gremien über Parteigrenzen hinweg getragen. Dieses Bekenntnis zum Schwimmbad wird nun fortgesetzt. Kaufmann dankte deshalb ausdrücklich der Stadtpolitik, die fraktionsübergreifend hinter dem Erlenbad stehe.

Stolz stellte bei der Übergabe des Förderbescheides klar, dass die Förderung der Schwimmbäder für sie weit über reine Sportstättenpolitik hinausgeht. Als sie das Ministerium für Familie, Gesundheit und Sport übernommen habe, sei die Neuauflage des ausgelaufenen Schwimmbadprogramms eines der Themen gewesen, die sie bewusst auf die politische Agenda gesetzt habe. Der Impuls sei dabei auch aus der kommunalen Ebene gekommen. Schwimmbäder, so Stolz, gehörten zu den teuersten Sportstätten, die Städte und Gemeinden dauerhaft unterhalten müssten, gleichzeitig seien viele Anlagen in Hessen inzwischen deutlich in die Jahre gekommen.

Gerade aus ihrer Dreifachperspektive als Familien-, Sport- und Gesundheitsministerin habe sie sich deshalb für eine Erweiterung des bisherigen Programms eingesetzt. Ein Schwimmbad sei eben nicht nur Trainingsstätte für Vereine oder Ort für sportliches Bahnenschwimmen. Über den Tag hinweg treffe sich dort nahezu die gesamte Gesellschaft: morgens die Frühschwimmer, anschließend Schulklassen, Eltern mit Babys und kleinen Kindern, später Jugendliche und nach Feierabend Berufstätige. Schwimmbäder seien damit Orte für Bewegung und Gesundheit, für Schwimmausbildung, Begegnung und soziale Teilhabe – und zwar generationenübergreifend.

Aus diesem Verständnis heraus sei SWIMplus deutlich breiter aufgestellt worden als das frühere Förderprogramm. Nicht nur klassische bauliche Sanierungen, sondern auch Maßnahmen, die Attraktivität, Nutzbarkeit und Aufenthaltsqualität eines Bades verbessern, können heute berücksichtigt werden. Dass das Programm von den Kommunen stark nachgefragt werde, zeige nach Stolz’ Worten auch die Bilanz: In den ersten beiden Jahren seien bereits 55 Schwimmbäder in Hessen gefördert worden. Für sie sei das zugleich ein Signal, dass Sportstätten auch in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ein wichtiger Teil kommunaler Daseinsvorsorge bleiben müssten.

Dabei betonte Stolz ausdrücklich, dass Landesförderung kommunales Engagement nicht ersetzen könne. Ohne Städte und Gemeinden, die selbst Verantwortung übernähmen und eigene Mittel bereitstellten, ließen sich solche Projekte nicht umsetzen. Gerade deshalb würdigte sie das erneute Bekenntnis der Alsfelder Politik zum Erlenbad: In Alsfeld werde nicht darüber diskutiert, ob man das Bad erhalten wolle, sondern wie man es weiterentwickeln könne. Das sei, so Stolz, „ganz großes Kino“.

Wie wichtig der Standort über Alsfeld hinaus ist, unterstrich Landrat Jens Mischak. Gerade für das Schulschwimmen seien Hallenbäder im Flächenlandkreis unverzichtbar. Mit Alsfeld, Lauterbach und Mücke gebe es im Vogelsbergkreis lediglich drei entsprechende Standorte. Lange Fahrzeiten machten Schwimmunterricht sonst schnell zur logistischen Herausforderung. Der Erhalt des Alsfelder Hallenbades sei deshalb nicht nur eine Frage kommunaler Freizeitangebote, sondern auch der Bildungs- und Sportinfrastruktur des gesamten Raumes.

Bei der Bescheidübergabe waren neben Stolz, Paule, Kaufmann und Mischak auch Landtagsabgeordneter Maximilian Ziegler (SPD), Carsten Weitzel (SPD) vom Sportkreis Vogelsberg, Stadträtin Eva Schwalm (CDU) sowie die SPD-Fraktionsmitglieder Achim Quehl und Dr. Christoph Stüber dabei. Ein deutliches Signal: Die Modernisierung des Erlenbades bleibt eine gemeinsame Aufgabe von Land, Kreis, Stadt und Bädergesellschaft.

Text / Fotos: Anja Kierblewski



 

 

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