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In nur einer Nacht werden aus Fremden Freunde

Aus 24 mach 48: Gäste der langen Saunanacht kosteten jede Minute aus

ALSFELD (kiri). „Ahs!“, „Ohs!“ und „Herrlich!“ waren wohl die meist benutzten Wörter am Wochenende im Erlenbad. Egal ob es um Honig-Quark im Gesicht, leckerer Suppe mitten in der Nacht oder stimulierende Töne und Schwingungen im Wasser ging. Worte und Laute der Entzückung hallten durch die Saunalandschaft. Es war eine außergewöhnliche Nacht, aber sie begeisterte: 24-Stunden-Sauna, die eigentlich ein 48-Stunden-Event war.

Im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe hatte das Team der Alsfelder Wellness-Oase ein besonderes Saunaerlebnis für den Sommer vorbereitet: „Saunieren bis der Hahn kräht…“. Auch wenn der bestellte Hahn Gustav den Weg in den Saunagarten an dem Morgen nicht fand, bedeutete dies Saunagänge auch nachts um eins, drei und fünf Uhr und dazwischen schlafen im Saunagarten, im Ruheraum, in der Salzgrotte oder auch auf der Galerie im Hallenbad.

Gut zwei Dutzend Gäste – auch mit längerem Anfahrtsweg von Friedberg, Bad Camberg, Knüllwald oder Fulda – hatten sich für die lange Saunanacht angemeldet und sind im Laufe des Samstages nach und nach angereist, erkundeten schon mal die Saunalandschaft, schwammen im Freibad ein paar Bahnen oder sonnten sich auf der großen Liegewiese.

Das offizielle Programm ging erst kurz nach 22 Uhr los, nach einer Begrüßung durch Geschäftsführer Ralf Kaufmann, mit einem Energie spendendem Lavendel-Aufguss zum Start in die Nacht. Während die Saunagäste in der Großraumsauna den Sommerduft genossen, wurde im Saunagarten ein Lagerfeuer angezündet und die Autorin und Geschichtenerzählerin Wiebke Buff aus Maulbach nahm daran Platz. In der ersten Ruhephase lauschten die Gäste rund ums Feuer den Worten der interessanten Frau, die freche Gute-Nacht-Geschichten, Fabeln oder Märchen für Erwachsene mitgebracht hatte – mal lesend aus einem Buch, mal mitreißend frei erzählt.

So gemütlich im Garten liegend, bekamen die Gäste anschließend eine angenehm kühlende und pflegende Gesichtsmaske von den Mitarbeiterinnen des Erlenbades sanft aufgetragen und einmassiert – und Gurkenscheiben für die Augen. Manche empfanden es als so angenehm, dass sie selbst zur Mitternachtssuppe noch mit Maske erschienen.

Nach einer kleinen Verdauungspause ging es ins warme Bewegungsbecken. Dort wartete Carmen Merle mit einer Klangschalenentspannung im Wasser auf die Übernachtungsgäste, die die Töne, die Vibration und Schwingungen sowie das Treiben im Wasser genossen. Bis zum ersten Aufguss in der Nacht hielten noch alle durch – es gab einen Bieraufguss mit anschließendem, entspannendem Hopfenwasser. Danach suchten sich die Gäste ein gemütliches Schlafplätzchen, auf das sie sich auch nach den Saunagängen um drei und um fünf Uhr mit anschließender Nierenspülung oder Buttermilchdrink zum Ruhen zurückzogen. „Wir haben gelernt, dass nächste Mal müssen wir ein Körbchen mit Ohropax hinstellen“, schmunzelt Michael Weber, dessen Idee die 24-Stunden-Sauna war. 

Nachdem Hahn Gustav verschlafen hatten, weckte das Saunapersonal die Gäste pünktlich kurz vor 7 Uhr zur kleinen Reise an die See: Meeresfeeling kam in der Salzgrotte auf, die den Schlaftrunkenen salzhaltige Luft zum tief Durchatmen lieferte. Mit einem kleinen Prosecco-Empfang ging es dann um 8 Uhr zum letzten Aufguss des Programms in die Eventsauna, bevor das reichhaltige Frühstücksbuffet eröffnet wurde. Frisch gebackene Eier, leckere Käse- und Wurstplatten, Müsli, Joghurt, eine Marmeladenvielfalt und natürlich leckere Croissants waren im Angebot – die Gäste waren begeistert und ließen es sich schmecken.

Mit dem gemeinsamen Erinnerungsfoto im Saunabecken – die Gäste waren über die Nacht teilweise zu Vertrauten und neuen Freunden geworden – war das offizielle Programm gegen 10 Uhr am Sonntagmorgen beendet. Wer wollte, konnte aber gerne auch noch bleiben, sowohl in der Sauna, als auch im Freibad und auch dort die Angebote nutzen. Die jüngeren unter den Gästen taten das auch, und nahmen an den kostenlosen Schnupperkursen an Land und im Wasser teil: Bauch-Beine-Po mit Heike Geißler und Aqua-Fitness mit Kevin Körber standen diesen Sonntag auf dem Sportprogramm.

Wer am Sonntagabend noch mal einen Blick in den Saunagarten machte, entdeckte immer noch ein halbes Dutzend Gäste, die tatsächlich bereits seit 48 Stunden Entspannung im Wellnessbereich des Erlenbades suchten. „Wir hätten auch nicht gedacht, dass wir so lange bleiben und es aushalten – zumal wir heute Nacht ja nicht wirklich viel geschlafen haben. Aber wir fühlen uns hier so wohl!“, meinten zwei Frauen aus Fulda, die sich in der Alsfelder Sauna an dem Wochenende erst kennengelernt und angefreundet hatten. Und auch anderen schien es so gegangen zu sein, glaubt zumindest Organisatorin Anja Kierblewski: „Es hat einigen so gut gefallen, dass sie gleich das nächste Event bei mir heute Morgen gebucht haben – unter anderem den Silvesterabend. Das Hotelzimmer haben sie von hier aus auch gleich reserviert!“